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Thema
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Verfasst von Erik NOWAK, Wien
Der Eisenabbau in Pitten,
nach Unterlagen der Fam. OSWALD aus Pitten.
Im südlichsten Teil Niederösterreichs, am Rande der sogenannten “Buckligen Welt“, liegt im Tal der Pitten der kleine gleichnamige Ort, der von einer Burg gekrönt wird. In der näheren und ferneren Umgebung finden sich Eisen, Kohle, Kupfer, Silber usw.
Im 18. Jahrhundert, unter dem Grafengeschlecht der Hoyos, begann man am Pittenberg nach Eisen zu schürfen. Den ersten Stollen, den sogenannten Josefi-Stollen, schlug man am Fuße des sogenannten Schlossberges an. Um 1789 kam es dann zur Errichtung einer Eisenschmelze, die das gewonnene Erz gleich vor Ort verhüttete. Wegen seiner Reinheit und des hohen Mangangehaltes war das erzeugte Eisen sehr rasch begehrt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Besitzerwechsel, die einzelnen Betriebe wurden zum “Berg-, Schmelz- und Hammerwerk“ zusammengefasst, was zur Folge hatte, dass die Roheisenerzeugung auf 300 – 400 Zentner Eisen pro Woche gesteigert werden konnte. Die angeschlossene Gießerei produzierte daraus Brückenteile, Öfen und vieles mehr. Die anfallende Schlacke lagerte man zwischen dem Pittenfluss und dem Schlossberg (im Ort!) ab.
Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm eine aus Lilienfeld (NÖ) stammende Gewerkefamilie die Betriebe. In der Folge ging das Roh- und Gusseisen nach Lilienfeld zum dortigen Walzwerk der Eigentümer.
Der größte Teil der Arbeiter stammte natürlich aus der Umgebung, jedoch eine beträchtliche Zahl von Bergmännern kam aus dem Braunkohlenrevier Brennberg bei Sopron (Ödenburg), Ungarn. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Es wird von Klagen berichtet, dass Gelder aus der Bruderlade in den Betrieb geflossen seien und den Arbeitern der Lohn vorenthalten wurde. Dazu kam noch ein Streit mit den Ortsbewohnern, die gegen die aufgeschüttete Schlacke mobil machten. Schließlich kam es zu einem Ausgleichsverfahren, die Gewerken zogen sich nach Lilienfeld zurück.
1866 ersteigerte ein Wr. Neustädter Lokomotivfabrikant gemeinsam mit einem Kompagnon das Pittner Berg- und Hüttenwerk. Durch Investitionen kam es zur Betriebserweiterung und zur Modernisierung der Grubenanlagen - Einsatz einer Dampfmaschine. In diese Zeit fällt auch die erstmalige Anlage eines Tiefbaues im Pittener Revier, bis dahin gab es kaum Tiefbaue in den Gruben.
Nach einer kurzen Blütezeit, mit mehr als 100 Beschäftigten, kam es wegen ausländischer Konkurrenz zu einem erneuten Rückschlag. Mit Beginn des Jahres 1879 standen alle Räder still, der Hochofen wurde ausgeblasen.
Ein in Pitten ansässiger Kupfer- und Messinghersteller übernahm die Konkursmasse. Interessanterweise hatte bereits damals der sicher nicht einladende Eisengewinnungs- und Verarbeitungsort ein Heilbad für Sommergäste - über heiße Schlacke wurde Wasser geführt. Dieses wurde nun modernisiert und auch der
Hüttenbetrieb kam wieder in Schwung. Neben der Gusseisenerzeugung gab es auch eine Ziegelerzeugung aus der anfallenden Schlacke.
In den Wirren nach dem 1. Weltkrieg war zeitweise die Gemeinde Pitten Eigentümerin, die Geschichte des Standortes in dieser Zeit spiegelte die damalige wirtschaftliche Situation Österreichs wider.
Während des 2. Weltkrieges versuchte die “Oberschlesische Hüttenwerke-AG“ Gleiwitz, Tschechien, kurzzeitig mit modernen Mitteln den daniederliegenden Bergbau zu reaktivieren. Geringer Ertrag und das Kriegsende zwangen zum Verkauf, wiederum an die Gemeinde Pitten.
Aus der nachfolgenden Zeit stammte die Altlast der Grube, die erst um die Jahrtausendwende, nach Einsatz großer Geldmittel, entsorgt werden konnte. Riesige Mengen an Sprengkapseln und Sprengstoff waren in den Stollen gelagert worden, zusitzende Grubenwässer verschärften die Lage.
Außer dem sanierten Grubengebäude im Schlossberg, das nicht frei zugänglich ist, gibt es noch eine Reihe weiterer Grubenbauten rund um Pitten.
Die Hermannshöhle bei Kirchberg am Wechsel
Die an der orographisch rechten Talseite im sogenannten Eigenberg gelegene Hermannshöhle trägt die Katasternummer 2871/1 (Österr. Höhlenkataster). Die Höhle steht, nicht nur wegen ihrer Ausprägung, sondern auch aus Fledermaus-Schutzgründen, seit dem Jahre 1931 unter Schutz.
Die Hermannshöhle ist die größte Schauhöhle Niederösterreichs. Das Raumvolumen, das die Höhle im Berg einnimmt, kann mit einer Fläche, die etwa zwei Fußballfelder groß ist, und mit einer Höhe von rund 70 Metern angegeben werden. In diesem Raum sind weit über 4 km Ganglänge bekannt.
Nachweislich beginnt die Geschichte der Höhle damit, dass ein Hüterbub, der den Tauben nachstellt, in den damals unter dem Namen Teufelsloch bekannten Schacht stürzte. Seine Rettung stellt vermutlich die 1. Befahrung der Höhle dar. In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts gab es Versuche diesen Schacht tiefer zu befahren. Alle Versuche scheiterten, bis es einem gewissen Hermann Steiger von Amstein, der in der Nähe als Burgverwalter tätig war, gelang, diesen Schacht zu bewältigen. In der Folge erforschte er die Höhle systematisch, kaufte sie und baute sie zur Führungshöhle aus. Sein Vorname ist der heutige Höhlenname.
Schon bald zwang Hermann Steiger Geldmangel zum Verkauf. Was nun folgte, ist eine wechselvolle Geschichte von Besitzerwechsel, Streit, Niedergang und Hochkunjunktur.
Bis 1940 war die Höhle zum größten Teil erforscht und da die Höhle unter Schutz stand, war auch kein Weiterforschen möglich. In den Wirren des Krieges gelang zwei ortsansässigen Buben eine sensationelle Neuentdeckung, die heute als Kyrlelabyrinth bezeichnet wird.
Trotz der Kriegswirren und der Gewalt zu Kriegsende, der Raum Semmering – Wechsel war ein erbittert umkämpfter Kriegsschauplatz, blieb die Höhle unversehrt. Nach Kriegsende drehte die Papst-Kiba-Filmgesellschaft den Film “Geheimnisvolle Tiefe“ in der Hermannshöhle – der Film wurde kein Kassenschlager. Um dem Filmteam den Zugang zu ermöglichen, wurde ein künstlicher Zugang zu dem neuentdeckten (und schönsten) Höhlenteil, dem Kyrlelabyrinth geschaffen.
Ende der sechziger Jahre war es wiedereinmal so weit, dass die Höhle verkauft werden sollte. Ein Konsortium Wiener Höhlenforscher fand sich und kaufte die Höhle. Der “Hermannshöhlen Erforschungs- und Erhaltungsverein“ ist heute noch ihr Besitzer.
Heute ist die Höhle Teil der österreichischen Fledermausforschung. An die 16 verschiedene Fledermausarten (darunter auch sehr seltene) nehmen jährlich in der Höhle ihr Winterquartier.
Zur Geologie ist zu sagen, dass die Höhle in einem schwach metamorphen Kalk (Kalkmarmor) mit einander schneidenden Kluftrichtungen angelegt ist. Der Eigenberg stellt mit einigen anderen Bereichen
in der Umgebung den Rest einer anisischen Sedimentationsschicht dar, die auf Hüllschiefer (Phylithe, Glimmerschiefer mit gelegentlichen Amphibolitheinschaltungen) und Grobgneis (Granitgneis) aufliegt.
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